絆 – Kizuna – Band der Freundschaft

6. Mai 2012

Ein Jahr beinhaltet  für uns auch die Wahrnehmung ganz unterschiedlicher Signale: während in Deutschland nach kurzer, heftiger Diskussion der Ausstieg aus der Atomkraft vom Zaun gebrochen wurde – wie immer bei solchen Dimensionen, ohne die Frage nach den Notwendigkeiten und Konsequenzen wirklich zu durchdenken – hat man in Japan den stilleren Weg gewählt. Am 5. Mai ist das letzte japanische AKW vom Netz genommen worden, wie es heißt, um Sicherheitsstandards zu überprüfen. Ob das eine endgültige Entscheidung sein wird, entscheiden die Präfekturen selbst. Niemand geht heute davon aus, dass Japan auf Kernkraft verzichten kann. Momentan versucht man Energie zu sparen – was den Japaner nicht davon abhält, auf den Autobahnparkplätzen während der Rast den Motor seines Wagens laufen zu lassen.

Miyako – für immer verwüstet?

Die unglaublichen Verwüstungen der kleinen Küstenstädte haben auch nur vorübergehend für die Vernunft gesorgt, die gefährdeten Bereiche doch vielleicht nicht noch einmal zu bebauen. Die meisten Überlebenden wollen zurück und auf der gleichen Stelle ihr Haus wieder haben. Da wird dann lieber eine 15 Meter hohe Schutzmauer zum Meer gebaut. Denn erschwerend kommt hinzu, dass durch das Erdbeben der Küstenstreifen nun ca. 1,50 bis 2 Meter tiefer im Meer liegt als zuvor.

絆 – Kizuna – das „Band der Freundschaft” zwischen Deutschland und Japan trägt, auf beiden Seiten immer wieder mit viel mehr als warmen Worten gespeist: deutsche Konzerne von Airbus, Allianz, Daimler, Siemens bis Züblin haben sich hier großzügig engagiert. Die Summe der Spenden ist enorm und dürfte in die Milliarden gehen. Selbst an den Sport ist gedacht: die FIFA schickt eine Bundestrainerin für den Aufbau von Frauen-Fußball. Wir haben sie hier kennen gelernt.

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