Zweite Reise des LSQ in die von Erdbeben und Tsunami zerstörten Gebiete Nordost-Japans

4. Mai 2012

LSQ mit Tourbus und Dolmetscherinnen

Auch in diesem Jahr führt eine Benefiz-Tour des Leipziger Streichquartetts durch die von der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom März 2011 gezeichneten Gebiete  der Tohoku-Region im Nordosten Japans. Möglich geworden ist diese Reise durch die großzügige Unterstützung von Airbus Deutschland. Ein Jahr nach der Katastrophe bleiben Fragen: Hat sich das Leben der Menschen einigermaßen normalisieren können? Kann man überhaupt über Normalität reden angesichts der Vielen, die Angehörige und Obdach verloren haben? Wird es uns gelingen, mit unserer Musik einige Minuten der Stille, des Ausatmens, der Entspannung und der Freude zu bringen? Am ersten Tag, dem 4. Mai 2012 brachen wir von Sendai in Richtung Ishinomaki auf, einer Stadt, die 50 Kilometer nordöstlich an der Küste liegt. 28.000 Häuser wurden hier vollstäbdig zerstört, über 3.000 Menschen kamen ums Leben. Nachdem wir durch die teilweise schon beräumten Areale des Ortes fuhren und uns dann bei einem ersten Stop in einem völlig verwüsteten Küstenabschnitt wiederfanden, waren die Erinnerungen des Vorjahres sofort wieder präsent und uns wurde schmerzlich bewusst, dass auch ein Jahr nach der Katastrophe noch unendlich viel zu tun bleibt.

Ein trauriges Detail: Viele Gebäude, die äußerlich intakt scheinen und von der Welle verschont blieben, stehen trotzdem leer, weil ihre Bewohner ums Leben kamen.

In der kleinen katholischen Kirche des Ortes spielten wir vor etwa 100 Zuhörern Haydns Streichquartett D-Dur op. 20/4 und das Streichquartett op. 44/1 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Den Dankesworten des anwesenden Gemeindepfarrers ließen wir noch ein für Streichquartett arrangiertes japanisches Volkslied folgen.

Nach dem Konzert wurden wir überaus freundlich mit selbstgekochtem Essen bewirtet, darunter eine uns neue, zur Jahreszeit passende Spezialität: Kirschblütenreis…

Unsere nächste Station war das 3 Stunden entfernte Hanamaki – hier werden wir über Nacht Station machen, um dann morgen früh zu weiteren Konzerten aufzubrechen.

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