Tag 3: Kesennuma, Miyagi Prefecture

24. Juni 2011

Als wir heute früh 7.30 Uhr aufbrachen, führte unser Weg nach Kesennuma , einem Ort, der durch die Naturgewalten gleichsam doppelt getroffen wurde: Was der verheerende Tsunami nicht verwüstet hat, wurde zum Opfer riesiger Feuer, die durch in Brand geratene Öltanker entstanden waren.

Und so standen wir dann sprachlos und betroffen dort, wo vor ein paar Monaten noch das Zentrum einer kleinen lebendigen Küstenstadt war  –  in einer gespenstischen Szenerie.

 





Neben den völlig zerstörten Häusern der einstigen Bewohner und vereinzelten persönlichen Gegenständen auch ein großes Schiff,

durch die unvorstellbare Wucht des Wassers mitten ins Nirgendwo geschleudert.

Fast 1000 Menschen kamen an diesem traurigen Ort ums Leben.

Die Auswirkungen der schmerzlichen Ereignisse konnten wir auch in unserem ersten Tagesziel, der Shishidori-Mittelschule mit ihren etwa 220 Schülern spüren.


Fast 70 Prozent von ihnen verloren ihr Zuhause, sie wohnen jetzt mit ihren Familien entweder in Hotels der Stadt oder in Notunterkünften wie diesen, die teilweise gleich neben der Schule errichtet wurden.


Selbstredend ist an Normalität in einer solchen Situation nicht im Entferntesten zu denken, dennoch wollten wir versuchen, den Kindern mit unserer Musik ein wenig Freude und Mut zu geben, ihnen zeigen, dass wir mit dem Herzen bei ihnen sind.

Und so spürten wir während unserer drei Konzerte in einem kleinen Klassenraum dann auch die Freude der Kinder und Lehrer, für kurze Zeit – und sei es auch nur für eine halbe Stunde – ihren momentan sicher manchmal sehr bedrückenden Alltag aufzulockern zu können.



Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass auch diesmal nach den Konzerten kleine Geschenke und Süßigkeiten als Geste der Deutsch-Japanischen Freundschaft gern angenommen wurden.

Nach unserer Rückkehr nach Ichinoseki und kurzer Verschnaufpause am Nachmittag stand dann am Abend noch ein weiteres Konzert in einem Hotel der Stadt an: auch hier sind viele Opfer der Flutkatastrophe untergebracht.

Nachdem wir uns mit zwei japanischen und deutschen Volksliedern für den überaus herzlichen Applaus beim Publikum bedankt hatten, bot sich nach dem Konzert noch die schöne Gelegenheit, mit ganz unterschiedlichen Besuchern des Abends ins Gespräch zu kommen, unter anderem auch mit dem Abt des Chuson-ji Tempels.

 

 

 

 

 

Fazit: Ein Tag, der Mut macht.

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