Benefizkonzerte des Leipziger Streichquartetts für die vom Tsunami betroffenen Menschen vom 20.06.11 – 28.06.11 in den Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi
21. Juni 2011
Aus einer Idee wird Wirklichkeit…
Als wir, das Leipziger Streichquartett, von der Katastrophe in Japan hörten, waren wir tief getroffen. Wir sorgten uns sehr um unsere Partner und Freunde in Japan und wollten vor allem eines: helfen.
Nur 6 Wochen nach der Katastrophe vom 11. März sind wir nach Japan gereist, um an der Tokyo University of the Arts (Geidai) wie jedes Jahr als Gastprofessoren Kammermusik zu unterrichten und Konzerte zu geben. Mehr als 70% der internationalen Künstler hatten zu dieser Zeit Ihre Konzerte in Japan abgesagt. Auch wir haben kurz überlegt, ob man in dieser von den Medien überzeichneten Situation nach Japan fahren sollte. Unsere Bedenken wurden in vielen Telefonaten mit dem Deutschen Botschafter, Herrn Dr. Stanzel, Partnern und Freunden verstanden, aber auch zu großen Teilen ausgeräumt. Die Reaktion des japanischen Publikums nach unseren Konzerten hat uns sehr bewegt. Es war eine Mischung aus großer Dankbarkeit und Freude auf beiden Seiten, besonders darüber, überhaupt da zu sein.
Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, während unseres Aufenthaltes in Tokio ein Benefizkonzert zu organisieren. Leider konnte dies in der Kürze der Zeit als auch aus diversen organisatorischen Gründen nicht realisiert werden.
Aus einer spontanen Idee, nochmals nach Japan zu reisen und direkt vor Ort für die Betroffenen zu spielen, jenen somit ein Stück Lebensqualität zu bieten, wird nun Realität. Dank dem Flugzeughersteller Airbus, der Deutschen Botschaft und dem Auswärtigen Amt finden in der Zeit vom 21.6.2011 – 27.6.2011 Konzerte an jenen Orten statt, in denen viele Betroffene Zuflucht gefunden haben.
Uns ist viel daran gelegen, ein anderes Bild von Japan zu zeichnen, als hierzulande dargestellt wird. Im japanischen Volk ist die europäische Musik tief verwurzelt – ihr Verständnis reicht manchmal weiter als zu Hause. Wir möchten mit unserem Beispiel auch alle Künstler ermuntern, wieder nach Japan zu reisen und Partnern und Freunden das Gefühl zu geben, bei und mit ihnen zu sein.
In diesem Jahr werden die 150-jährigen Deutsch-Japanischen Beziehungen gefeiert. Wir würden uns freuen, wenn diesem von Herzen kommenden Projekt allseits ein großes Interesse entgegengebracht wird.
Leipzig, den 17.6.2011

27. Juni 2011 um 16:11
von Klaus Leiser, Am Südhang 6, 65510 Hünstetten
Sehr geehrte Herren,
habe heute auch den Bericht über Ihre Japan-Reise in der FAZ gelesen. Man kann Ihnen nur gratulieren, sie haben sich vorbildlich verhalten.
Über die Angsthasenmentalität Ihrer Kollegen kann ich nur den Kopf schütteln. Die Furcht vor Strahlung nimmt in Deutschland pathologische Formen an.
Seien Sie ganz herzlich gegrüßt und weiter so
Klaus Leiser
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